Saisonabschluss Bayreuth Tigers

Matthias Wendel ist mit dem Saisonverlauf zufrieden. Foto: K. Vögel

Bayreuth. Geschäftsführer Matthias Wendel blickt zurück auf eine Spielzeit, die unter den im letzten Sommer gegebenen Umständen nicht immer einfach war. Trotz mancher Widrigkeiten blieb man ruhig und arbeitete konzentriert auf das Ziel - sich in der DEL2 festzusetzen zu können - akribisch hin.

BTSZ: Herr Wendel, nach dem Ende der zweiten DEL2-Spielzeit war man sportlich abgestiegen und richtete die Planungen für die vorangegangene Saison auf die Oberliga aus. Wie schwer war es - nachdem die Probleme in Riessersee auftauchten und die Tigers als möglicher Ersatz für die Werdenfelser ins Gespräch kamen - zweigleisig zu planen?

Matthias Wendel: Es war
sicher nicht einfach, aber wir haben die an uns gestellte Aufgabe angenommen und uns bestmöglich vorbereitet.

BTSZ: Ein Teil der damals bereits zugesagten Akteure war trotzdem für die Oberliga
bestimmt. Hatten Sie keine Bedenken, dass die »Mission» schiefgehen hätte können?

Matthias Wendel: Sagen wir es so: Wir sind mit einer gewissen Demut in die Saison gestartet. Wir hatten sehr wenig Zeit, das Team zusammenzustellen. Am Ende waren es insgesamt 15 Neuzugänge, die ein komplett neues Spielsystem verinnerlichen mussten. Wir wurden in ganz Eishockey-Deutschland als Absteiger Nummer eins gehandelt.

BTSZ: Der Start in die Saison war dann, sportlich gesehen, auch alles andere als einfach.

Matthias Wendel: Das ist richtig, aber für mich war es ein Glücksfall, dass wir weiterhin in der DEL2 antreten durften und ich, wie auch Petri Kujala, wussten, dass sich die Mannschaft erst finden muss. Dass dies eine Zeit lang, auch bis zu 20 Spiele, dauern kann, war uns von Anfang an bewusst.

BTSZ: Es war sicher keine leichte Aufgabe, in solch einer Situation trotzdem die Ruhe zu bewahren, oder?

Matthias Wendel: Wir wussten schon, dass ein gewisses Potential vorhanden ist. Ich habe Petri und auch dem Team immer vertraut und war mir
sicher, dass wir besser sind, als es zu Anfang schien. Was die Mannschaft letztlich im Stande zu leisten ist, sieht man, wenn man die 30 letzten Hauptrundenspiele betrachtet. Ginge es danach, wären wir als Sechster durchs Ziel gegangen.

BTSZ: Warum wurden trotzdem Positionen im Kader getauscht?

Matthias Wendel: Das ist ein völlig normaler Vorgang. Wir - wie auch andere Teams - haben versucht, an gewissen Stellschrauben zu drehen und uns zu verbessern, um uns am Ende konkurrenzfähiger zu machen. Ich denke, dass uns dies ganz gut gelungen ist.

BTSZ: Was bleibt besonders im Gedächtnis zur abgelaufenen Saison?

Matthias Wendel: Da gibt es einiges. Sportliche Höhen und Tiefen, sowie viel Arbeit, aber auch viel Freude, welche uns das Team beschert hat. Dass wir nach den Startschwierigkeiten die Pre-Playoffs nur um einen Wimpernschlag verpasst haben, ist schade, aber die Spannung in den letzten Partien gegen Deggendorf, die man vier Mal hintereinander, mit dem nötigen Glück aber auch Können, in der Overtime besiegen konnte, war nicht zu toppen und vermutlich einmalig in der Eishockey-Historie. Zudem haben wir einen perfekten Saisonabschluss in Seidwitz feiern können. Mit gut 700 Fans - das gab es schon lange nicht mehr - konnten wir bei einem rauschenden Abschlussfest mit tollem Rahmenprogramm die Jungs in den Sommerurlaub schicken.

BTSZ: Ein am Ende rundum glücklicher Geschäftsführer?

Matthias Wendel: Wir haben die Situation genossen und entsprechend gefeiert, aber es geht ja schon weiter. Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit läuft ab sofort. Was die Kaderzusammenstellung angeht, sind wir in diesem Jahr - derzeit stehen 14 Akteure im Kader - in einer etwas komfortableren Situation als zuletzt. Nachdem wir mit Tim Zimmermann einen jungen und talentierten Bayreuther Jungen verpflichtet haben, werden wir in Kürze weitere Neuzugänge, die von Liga-Konkurrenten zu uns wechseln, präsentieren.

BTSZ: Herr Wendel, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und dem Team einen erholsamen Sommer und eine erfolgreiche vierte Spielzeit in der DEL2.

Matthias Wendel: Ebenfalls vielen Dank. Wir freuen uns und sind uns sicher, dass wir die Begeisterung, die sich im Umfeld der Tigers eingestellt hat, mit in die neue Spielzeit nehmen können.

red