In der Region sind gut 200.900 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt - ein neuer Höchststand. „Auch wenn saisonbedingt weniger Arbeitslose verzeichnet wurden, kann man nicht von einem Frühjahrsaufschwung sprechen, da der Rückgang eher moderat war. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in den Vorjahren ab und setzt sich nun in diesem Jahr fort. Die schwache Konjunktur sowie die strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind in unserer Region angekommen”, erläutert Sebastian Peine, Chef der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, die aktuelle Arbeitsmarktlage. „Im Gegenzug dazu ist es erfreulich, dass in der Region Bayreuth-Hof im September 2024 mit gut 200.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein neuer Höchststand erreicht wurde. Hier gab es ein deutliches Plus bei der Beschäftigung von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern”, fügt Sebastian Peine hinzu.
Arbeitslosenzahl im März: - 236 auf 12.896 (- 1,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 5 Prozent (- 0,1 Prozentpunkte)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 1.284 (+ 11,1 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 4,5 Prozent
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof ist im März 2025 zwar gesunken, jedoch nicht so stark wie jahreszeitlich üblich. Es waren 12.896 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 236 Personen (-1,8 Prozent) weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr waren jedoch 1.284 Personen bzw. 11 Prozent mehr arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote betrug 5 Prozent – vor einem Jahr lag sie noch bei 4,5 Prozent.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 3.072 Personen arbeitslos, von denen 1.264 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Im gleichen Zeitraum beendeten 3.324 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, wobei 1.204 ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beendeten. Nach Rechtskreisen aufgeschlüsselt, entfielen 80 Prozent (957) aller Arbeitsaufnahmen auf den Bereich des SGB III. Hier konnte eine saisonübliche Entwicklung verzeichnet werden. Im Rechtskreis des SGB II nahmen 247 Personen eine Erwerbstätigkeit auf.
Durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte bei zahlreichen Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit die Arbeitslosigkeit beendet oder sogar verhindert werden. Im Berichtsmonat befanden sich 1.285 Menschen in einer beruflichen Weiterbildung, das waren 23 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Nachfrage nach gut qualifizierten Arbeits- und Fachkräften blieb weiterhin hoch.
Die Unterbeschäftigung ging auf 16.554 Personen zurück, das waren 364 weniger als im Vormonat und 885 mehr als im März 2024. Die Unterbeschäftigung erfasst umfassender als die Arbeitslosigkeit alle Personen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Zu den arbeitslos gemeldeten Menschen werden dabei zusätzlich Personen einbezogen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, an Sprach- oder Integrationskursen teilnehmen. Die Kurzarbeit wird dabei nicht berücksichtigt.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeiter: Im März wurden 1.008 Stellen neu gemeldet, etwa so viele wie im Februar, jedoch 134 weniger als vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie im Baugewerbe. Aktuell befinden sich damit 5.773 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Halbzeit im Berufsberatungsjahr auf dem Ausbildungsmarkt
Bis März waren im Bereich der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof insgesamt 1.758 Interessierte als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 317 Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützte sie mit Beratung, Berufsorientierung und Tipps rund um die Themen Ausbildung und Bewerbung.
Von den 1.758 Bewerberinnen und Bewerbern suchen aktuell 1.114 aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.
Über die Hälfte der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber bewarben sich mit dem Realschulabschluss, 34 Prozent mit dem Hauptschulabschluss und 9 Prozent mit der Fach- oder Hochschulreife auf die offenen Stellen. Der überwiegende Teil der Jugendlichen hat die Schule im aktuellen Berufsberatungsjahr beendet, die Übrigen schon vor längerer Zeit.
Die Top 10 der Berufswünsche der Jugendlichen sind: Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik, Kaufmann/-frau - Büromanagement, Industriekaufmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Verkäufer/in, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Verwaltungsfachangestellte/r - Kommunalverwaltung, Automobilkaufmann/-frau, Fachinformatiker/in - Systemintegration und Friseur/in.
„In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Ausbildungsmarkt mehr und mehr zu einem Bewerbermarkt entwickelt. In den letzten beiden Jahren nähern sich Angebot und Nachfrage in der Region nun langsam wieder etwas an. Dennoch wird es für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber immer schwieriger, geeignete Nachwuchskräfte zu finden.
Die duale Ausbildung ist ein wichtiger Grundpfeiler für einen erfolgreichen Berufsweg und ein selbstbestimmtes Leben. Gut ausgebildete junge Menschen sichern den Fachkräftenachwuchs der Unternehmen. Deshalb darf kein Potenzial ungenutzt bleiben und möglichst kein junger Mensch verloren gehen.”
„Insbesondere schwächere Schülerinnen und Schüler benötigen eine langfristige und verlässliche Begleitung sowie Chancen, sich zu beweisen”, beschreibt Sebastian Peine die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. 644 Jugendliche haben sich bereits für ihren beruflichen Weg entschieden und sich bei der Berufsberatung abgemeldet. Elf Prozent davon besuchen auch zukünftig die Schule, ein Prozent hat ein Studium aufgenommen.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 3.754 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet, das sind 224 Stellen weniger als im Vorjahr. Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 47 Bewerberinnen und Bewerber. Aktuell sind 2.298 Ausbildungs- und duale Studienplätze noch frei.
Die Top 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen (inklusive der dualen Studienplätze) waren: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Handelsfachwirt/in (Ausbildung), Industriekaufmann/-frau, Kaufmann/-frau - Büromanagement, Industriemechaniker/in, Elektroniker/in für Betriebstechnik, Fachkraft - Lagerlogistik, Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik und Mechatroniker/in.
Die Berufs- und Studienberatung ist telefonisch und per Videotelefonie erreichbar und bietet individuelle Beratungen an. Die Hotline lautet: 0800 4 5555 00.
Zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung liegen nun aktualisierte Daten vom September 2024 vor. Im Agenturbezirk Bayreuth-Hof wurde ein neuer Höchststand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnet. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 424 auf 200.927 Beschäftigte. Den größten Anstieg gab es im Gesundheitswesen, bei Arbeitgebern im Bereich Heime und Sozialwesen sowie bei der Energieversorgung. Am stärksten rückläufig waren die Beschäftigtenzahlen im verarbeitenden Gewerbe mit einem Minus von 1.354 Personen.