Wiedergutmachung für die enttäuschende 2:4-Heimniederlage gegen die DJK Vilzing am vergangenen Wochenende will die SpVgg Bayreuth am Samstag, 5. April, um 14 Uhr in der Regionalliga Bayern im Auswärtsspiel bei Türkgücü München leisten. Die Partie, deren Durchführung dem Vernehmen nach lange auf der Kippe stand, findet in Heimstetten statt.
Türkgücü ist mit aktuell 20 Punkten aus 26 Spielen Vorletzter der Regionalliga Bayern. Zwei Punkte trennen das Team von Relegationsplatz 16, der aktuell von der SpVgg Hankofen-Hailing belegt wird. Eben gegen dieses Team gelang Türkgücü am Dienstag ein 2:0-Auswärtssieg, wodurch man die Hoffnung auf den Klassenerhalt deutlich befeuerte.
Nach dem 19. Spieltag lagen die Kicker aus der Landeshauptstadt ganze zehn Punkte hinter dem ersten Relegationsplatz abgeschlagen auf dem letzten Platz. Allerdings sah die Lage zum Jahresbeginn schon wesentlich besser aus. Für frischen Schwung und Mut hatten zwei Siege im November sowie der vermeintliche Punktgewinn am grünen Tisch gegen Schwaben Augsburg gesorgt. Nachdem einem Einspruch der Schwabenritter gegen den Abzug von insgesamt zwölf Zählern stattgegeben wurde, beschäftigt sich derzeit das OLG Nürnberg mit der Wertung der Partien.
In der Winterpause baute Türkgücü den Kader weitgehend um. Obwohl sich schon zum Ende vergangenen Jahres ein Aufwärtstrend erkennen ließ, hatten Türkgücü in der Winterpause acht Spieler verlassen. Darunter waren vorwiegend junge Akteure wie Ludwig Knöferl, Anthony Manuba, Peter Guinari oder Kutay Yel. Die Verantwortlichen wollten den Kader für den Abstiegskampf verschlanken und zudem mehr Erfahrung ins Team holen. Mit dem zuletzt vereinslosen Torwart Felix Thiel, Angreifer Fajton Celani (TSV Buchbach), Flügelspieler Amar Cekic (Neu-Isenburg) sowie Innenverteidiger Christoph Rech kamen gleich vier Routiniers, die auch für eine neue Hierarchie sorgten. Dazu unterschrieben der 21-jährige Rückkehrer aus der 2. türkischen Liga Halit Yilmaz und das erst 18 Jahre alte Talent Mert Güzelarslan aus der U19 von 1860 München bis mindestens zum Sommer.
Der verbal stets angriffslustige Trainer Alper Kayabunar beschreibt seine rundum erneuerte Mannschaft als hoch motiviert und musste dennoch zunächst gegen den starken TSV Buchbach einen 1:4-Rückschlag hinnehmen. Danach siegte seine Mannen beim FC Eintracht Bamberg mit 2:0 und verkürzten den Abstand zum oberfränkischen Abstiegsrivalen auf zwei Zähler. Zumindest die Relegationsplätze waren somit wieder in Reichweite. Allerdings konnte Türkgücü für das Heimspiel gegen Schweinfurt 05 kein geeignetes Stadion (das Dante-Stadion ist für sogenannte Risikospiele mit vielen Gästefans nicht zugelassen) vorweisen und musste absagen. Das Sportgericht des BFV hat die Partie mittlerweile am grünen Tisch gegen Türkgücü gewertet, ein Einspruch ist jedoch noch möglich.
Ein weiterer Tiefschlag folgte dann im Auswärtsspiel bei Greuther Fürth II. Dort holten die Münchener einen 0:2-Rückstand auf, waren drauf und dran das Spiel zu drehen und verloren dennoch äußerst unglücklich mit 2:3. Zuletzt gab es dann gegen den neuen Tabellenzweiten FV Illertissen ein höchst respektables 2:2 und dann den bereits angesprochenen Sieg in Hankofen-Hailing. Damit besteht für Türkgücü vor der Partie gegen Bayreuth die Chance, erstmals seit dem dritten Spieltag die direkten Abstiegsplätze zu verlassen. Allerdings beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer weiterhin zehn Zähler. Die Relegation ist aber in jedem Fall wieder ein realistisches Ziel.
Das Bayreuther Trainerteam wird sich vom deutlichen 4:0-Heimsieg im Hinspiel also sicher nicht täuschen lassen. Trotz der ständigen Unsicherheiten in der Stadionfrage (das „Grünwalder“ ist am Wochenende belegt und der Sportpark in Heimstetten dem Vernehmen nach sehr kostspielig) erwarten sie einen extrem kampflustigen Gegner. Trainer Lukas Kling dazu am gestrigen Mittwochabend: „Wir müssen höllisch aufpassen. Die haben gerade einen Lauf und befinden sich klar im Aufwind. Und bei uns läuft es nicht ganz so rund …“. Da träfen wohl zwei unterschiedliche Welten aufeinander, die eigentlich andersherum sein sollten.
Die Mannschaft müsse die Aufgabe, so der Chefcoach, mit der gebotenen Vorsicht angehen und keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. „Türkgücü spielt aktuell einen mutigen Fußball, ist aber trotzdem anfällig. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir die Basics auf den Platz kriegen und die notwendige Kompaktheit in unser Spiel bringen. Dann sind wir fußballerisch die besseren Kicker.“ Unter diesen Voraussetzungen werde die Altstadt auch mal wieder drei Punkte einfahren.
Personell steht der Altstadt der zuletzt gelbgesperrte Nicolas Andermatt wieder zur Verfügung. Allerdings dürfen nach ihrer fünften Gelben dieses Mal Marco Zietsch und Jannik Graf nicht auflaufen. Dazu fehlen der wohl mehrere Wochen ausfallende Jann-Christopher George (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und der ebenfalls verletzte Patrick Scheder.