Gute Nachricht in schwierigen Zeiten: Das Tochterunternehmen der insolventen Ziegler Group in Plößberg (Landkreis Tirschenreuth), die „thermoheld GmbH“, ist gerettet. Wie Ziegler-Insolvenzverwalter Volker Böhm von Schultze & Braun mitteilte, hat er den Geschäftsbetrieb an einen Investor veräußert.
Der Verkauf erfolgte über einen „Management Buy-out“ (MBO). Neuer Eigentümer ist der bisherige Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Walter Schütz. Schütz hatte die thermoheld-Technologie entwickelt und das Unternehmen im Jahr 2002 gegründet.
2021 verkaufte er thermoheld an die ZIEGLER-Gruppe, blieb aber als Geschäftsführer im Unternehmen. Schütz übernimmt den gesamten Geschäftsbetrieb von thermoheld einschließlich des Standortes in Bayreuth und der 16 Mitarbeiter.
„Die Übernahme durch den bisherigen Geschäftsführer und Gründer von thermoheld ist ein Glücksfall für das Unternehmen und seine Mitarbeiter“, erläuterte Insolvenzverwalter Böhm nach dem Vollzug des Kaufvertrages.
„Walter Schütz kennt das Unternehmen, die Kunden, die Technologie und vor allem ihre Belegschaft. Dadurch kann thermoheld ohne Reibungsverluste sofort wieder durchstarten.“ Der Betriebsübergang erfolgt am 1. März. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
thermoheld produziert und vertreibt elektrische Flächenheizungen, die unsichtbar in Wände oder Decken integriert werden. Diese Heizungsart weist nach Angaben des Unternehmens viele Vorteile gegenüber anderen Heizungsarten auf: Sie ist einfach zu installieren, hat eine lange Lebensdauer, benötigt kaum Platz, verursacht keinen Wartungsaufwand und erzeugt keine Emissionen. Zudem kann die Flächenheizung problemlos in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen betrieben werden.
Im November und Dezember 2024 hatten 27 der 45 Ziegler-Gruppengesellschaften Insolvenz angemeldet. Die Gruppe hatte in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch Zukäufe einen offensiven Wachstumskurs eingeschlagen. Neben dem Kerngeschäft, der Holzbearbeitung und -verarbeitung für die Bauindustrie, ist die Ziegler-Gruppe mittlerweile unter anderem in der Logistik, Pelletproduktion, Forstwirtschaft, Haus- und Modulbau sowie in weiteren Gewerken wie Haustechnik tätig.
Die Unternehmensgruppe wurde inmitten ihrer Wachstumsphase durch den Nachfrageeinbruch im Bausektor infolge des Ukraine-Krieges und des Zinsanstiegs schwer getroffen. Nach eigenen Angaben beschäftigte die Ziegler-Gruppe zu Beginn der Insolvenzanträge rund 3.000 Mitarbeiter in drei Ländern (Deutschland, Schweden und Rumänien) und erwirtschaftete im Jahr 2023 bei schwachen Märkten einen Gruppenumsatz von rund 750 Millionen Euro.