Die Altstadt mit einem Ausrufezeichen gegen den Tabellenführer!

Ein Danke an die Stadt seitens der Anhänger war verdient.

"Die Platzverhältnisse waren nicht gut. Aber es mussten beide darauf spielen." Bayreuths Trainer Timo Rost konterte einen merklich angesäuerten und entsprechend wortkargen Gegenüber Holger Seitz mit nur einem Satz nach dem Altstädter 2:0-Sieg über den unumstrittenen Tabellenführer.

Ihm war es egal, dass der Tross des Tabellenführers stocksauer ob der grenzwertigen, vielleicht sogar irregulären Platzverhältnisse war. Schiedsrichter Patrick Hanslbauer ließ vor Anpfiff keinen Zweifel daran, dass er die Partie anpfeifen würde. Und man muss kein Prophet sein: Hätte FCB-Stürmer Kwasi Wriedt nach zwei Minuten nicht ans Aussennetz, sondern ins Tor getroffen und der Primus das Spiel über die Zeit gebracht, wäre der pfützenübersähte Platz FCB-Coach Seitz egal gewesen. So aber begünstigte eine solche die Altstädter Führung, was ihn auf die Palme brachte. Geistig schneller nutzten die Hausherren die Situation und Marcel Schiller traf im zweiten Versuch, legte wenig später nach - ein optimaler Start für Bayreuth vor einer anständigen Kulisse auf der eingeweihten überdachten Gegengerade. "Die Bälle sind mir gut vor die Füße gefallen", so der Doppeltorschütze, der schon in Eichstätt traf, "der Start war optimal!"

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"Das Biest", wie sie von den Fans liebevoll getauft wurde, erlebte eine starke Feuertaufe. Unterstützt von gut 200 kurzfristig auf dem Heimweg vom abgesagten Spiel in Fürth eingetroffenen Dresdener Anhängern erlebte das Hans Walter Wild-Stadion eine selten gehörte Stimmung. "Das gibt dir als Heimmannschaft natürlich noch ein paar Prozent", so Rost. Und seine Elf dankte es. Den Matchplan komplett umgesetzt fighteten die Gelb-Schwarzen nach der schnellen Führung und kauften den Bayern den Schneid ab. Angefangen von Keeper Sebastian Kolbe, der in einer FCB-Druckphase vor der Pause zum Fels in der Brandung avancierte über eine bärenstarke Viererkette, die fast alle langen Bälle klärte bis hin zu punktuellen Kontern klappte fast alles.

Imposant dabei auch Ex-Bayer Edwin Schwarz, der für den verletzten Steffen Eder in die Innenverteidigung rückte und überragend agierte. Auch offensiv wussten die Hausherren zu gefallen. Christoph Fenninger, vor der Pause zweimal mit der großen Chance auf den dritten Treffer, schuf mit immensem Laufaufwand Räume für Anton Makarenko, Ivan Knezevic und den extrem laufstarken Chris Wolf, was immer wieder zu gefährlichen Aktionen führte. Am Ende hätte es sogar noch höher ausgehen können - was angesichts der zweiten Hälfte die Kräfteverhältnisse nicht wiedergespiegelt hätte, aber angesichts der verpassten Möglichkeiten vor dem Pausentee nicht abwegig gewesen wäre. Weiter geht es für die Altstädter am Freitag um 19 Uhr bei der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt 04.

SpVgg Bayreuth: Sebastian Kolbe, Johannes Golla, Sven Kopp, Tobias Weber, Edwin Schwarz, Anton Makarenko, Marcel Schiller (74. Alexander Piller), Christopher Kracun (78. Patrick Weimar), Chris Wolf, Ivan Knezevic, Christoph Fenninger (85. Shpetim Sulejmani) - Trainer: Timo Rost

FC Bayern München II: Ron-Thorben Hoffmann, Lars Lukas Mai, Nicolas Feldhahn, Resul Türkkalesi (58. Mert Yilmaz), Derrick Arthur Köhn, Kilian Senkbeil, Maximilian Zaiser (58. Alexander Nollenberger), Jannik Rochelt, Maximilian Franzke (78. Mathis Lange), Wooyeong Jeong, Kwasi Okyere Wriedt - Trainer: Holger Seitz

Schiedsrichter: Patrick Hanslbauer (Altenberg)

Gelbe Karten: Schiller, Fenninger, Knezevic, Weimar, Makarenko.

Zuschauer: 2127

Text: Andi Bär. Fotos: Klaus-Peter Volke und Andi Bär
Tore: 1:0 Marcel Schiller (4.), 2:0 Marcel Schiller (10.)