Altstädter zeigen beim 1:1 über Burghausen erneut starke Mentalität

Chris Wolf bejubelt seinen Last-Minute-Ausgleich standesgemäß.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht die SpVgg Bayreuth nach dem 1:1-Remis gegen den SV Wacker Burghausen in die Winterpause.

Lachend, da Chris Wolf erst in der 89. Minute den Ausgleich für die Altstädter markierte und da man über die komplette Spielzeit keine einzige echte Tormöglichkeit der Burghausener zugelassen hat. Weinend, da Wacker dank eines Blackouts von Edwin Schwarz und dem folgenden Handelfmeter in Führung gehen konnte und daher eher glücklich einen Zähler auf die weite Heimfahrt mitnehmen durfte.

"Es war ein typisches 0:0-Spiel, das halt dann 1:1 ausgeht" resümierte Wacker-Trainer Wolfgang Schellenberg hernach. Sein Gegenüber Timo Rost war eher sauer. "Defensiv haben wir das richtig ordentlich gemacht, nach vorne war das einfach zuwenig", erkannte er die Schwachstellen im Spiel seiner Elf. Mit dem ein oder anderen Tag wird er wohl anerkennen, dass die von ihm vielzitierten "Bausteine" defensiv richtig gut griffen. Wie Steffen Eder und Tobias Weber gegen die starke Burghausener Offensive verteidigten, war auf allerhöchstem Niveau angesiedelt. Da auf der anderen Seite des Spielfeldes Lukas Aigner und Co. ähnlich gut disponiert auftraten, waren Tormöglichkeiten auf beiden Seiten Mangelware. Burghausenes Trainer justierte nach nur 12 Minuten nach, stellte von der angetesteten Viererkette gegen die zwei Altstädter Stürmer schnell um auf eine Fünferkette: Mit Erfolg.

Erst nach der Pause nahm die Partie auch offensiv Fahrt auf. Nach einer guten Stunde gewannen die Hausherren ein Übergewicht, der ansonsten blasse Shpetim Sulejmani verpasste mit einem Drehschuss knapp. Burghausen hielt dem Druck stark stand, kam auf der anderen Seite überraschend zum Führungstreffer. Ein Sulejmani-Ballverlust endete in einem Eckball, den Edwin Schwarz unbedrängt am langen Pfosten sehenswert wegpflückte - einziges Manko: Schwarz ist Feldspieler, kein Torwart. Den fälligen Elfmeter verwandelte der in die Kapitänsrolle geschlüpfte Muhamed Subasic unhaltbar. Die Bayreuther ließen sich von dem Rückschlag nicht beirren, kamen wie zuletzt in der Schlussphase stark auf. Ausgerechnet Chris Wolf, in seiner Zeit beim TSV 1860 München an der Seite des heutigen Burghausener Trainers Wolfgang Schellenberg aktiv und nicht unbedingt als Torjäger bekannte, markierte den Ausgleichstreffer. Nach einem Eckball zog er von der Strafraumkante ab und traf fulminant zum insgesamt hochverdienten Ausgleich. SpVgg Bayreuth: Kolbe - Golla, Weber, Eder, Held (77. Götzendörfer) - Makarenko, Wolf, Schwarz (81. Mirroche), Knezevic - Sulejmani (68. Schiller), Fenninger.

Wacker Burghausen: Flückinger - Schulz (59. Winklbauer), Mankowski, Buchner (25. Nicklas), Coskun - Wächter, Stingl, Aigner, Subasic - Duhnke, Richter (86. Hofstetter).

Gelbe Karten: Fenninger / Subasic, Stingl, Hofstetter.

Zuschauer: 500.

Tore: 0:1 Subasic (65., Handelfmeter), 1:1 Wolf (90.).

Text und Fotos: Andi Bär