Geld & Versicherung: Sinnvolles Investieren in Zeiten extrem niedriger Zinsen

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Bayreuth. Wenn man einen höheren Geldbetrag, beispielsweise aus einer Erbschaft oder einer Lebensversicherung, ausgezahlt bekommt, war es noch nie so schwierig wie heute, eine gewinnbringende Anlageform zu finden.

Die klassiche Form der sicheren Geldanlage in Festgeld, Sparbriefen, Wachstumssparbüchern etc., wirft seit mittlerweile mehreren Jahren nur noch marginale Zinsen ab - und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Zinssituation auf absehbare Zeit ändern wird. Alleine, um in der Eurozone und hier insbesondere in den hoch verschuldeten Ländern Südeuropas keine neuen wirtschaftlichen Verwerfungen aufkommen zu lassen, wird sich EZB-Chef Mario Draghi davor hüten, die Zinsen mittelfristig wirklich signifikant anzuheben.

Wie kann man die Inflationsrate ausgleichen?
Eines steht also fest: Mit den traditionellen, festverzinslichen Anlageformen schafft man derzeit keinen Ausgleich der Inflationsrate mehr, das Vermögen schrumpft real von Jahr zu Jahr.

Indirekt von dieser Entwicklung betroffen ist auch der »Deutschen liebstes Kind», die Kapitallebensversicherung. Die Versicherer dürfen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in der klassischen Lebensversicherung nur in relativ sichere Anlageformen investieren und tun sich, gerade bei älteren Verträgen, sehr schwer die beispielsweise vor 20 Jahren noch garantierte Mindestverzinsung von oft vier und mehr Prozent zu erreichen.
Aktuell eine neue, klassische Kapitallebensversicherung abzuschließen, ist angesichts der herrschenden Kapitalmarktsituation ohnehin unter Renditegesichtspunkten kein wirklich lohnendes Geschäft mehr.

Investionen in Immobilien?
Was also tun? Eine gewisse Alternative mag die Geldanlage in Immobilien sein. Eine selbst genutzte Wohnung oder ein Eigenheim sind in aller Regel eine sinnvolle Investition. Zusätzlich zu vorhandenem Geld benötigte Kredite erhält man zu Niedrigzinsen und im Alter ist es angenehm, mietfrei wohnen zu können.

Eine Immobilie als Kapitalanlage muss allerdings an den Umständen des jeweiligen Wohnungsmarktes gemessen und gut abgewogen werden. Gerade in größeren Städten und in der Nähe der boomenden Ballungsräume sind in den vergangenen Jahren die Immobilienpreise in einer Form gestiegen, so dass nicht wenige Experten vor einer sich zunehmend entwickelnden Immobilienblase warnen.

Traditionell sind deutsche Sparer und Anleger extrem auf Sicherheit bedacht. Meist genutzte Anlageformen sind Sparbücher und Tagesgeld. Dabei gibt es durchaus mit einem sinnvollen Anlagemix die Möglichkeit, langfristig ein Vermögen so anzulegen, dass es mit größter Wahrscheinlichkeit eine Rendite oberhalb der Inflationsrate abwirft.

Qualitätsaktien sind unverzichtbar
In ein solches Vermögensverwaltungsportfolio gehören, da mögen die Deutschen in ihrer großen Mehrzahl noch so risikoscheu sein, Aktien von Unternehmen bester Qualität. Firmen, die sich seit langem erfolgreich am Markt behaupten und alljährlich Dividenden, oft in einer Höhe von drei oder vier Prozent, an die Investoren ausschütten, sind mit großer Wahrscheinlichkeit kein schlechtes Investment. Wer nicht die nötige Sachkenntnis oder nicht die Zeit hat, sich selbst um sein Depot zu kümmern, kann sich auch Anteile von Fonds kaufen. Hier gibt es auch einige wirklich gute Vermögensverwaltungsfonds, die seit zehn und mehr Jahren beweisen, dass sie das Geld ihrer Anleger nicht nur erhalten, sondern auch stetig und nachhaltig vermehren können. Eine gute Orientierung bei der Fondssuche sind hier die allgemeinen Rankings.

Bei vermögensverwaltenden Fonds gibt es verschiedene Typen, von eher risikoorientierten Zusammenstellungen mit einer relativ hohen Aktienquote bis hin zu konservativen Fonds mit einer geringeren Aktienquote und dafür mehr Anleihen, Immobilien oder auch zum Beispiel Rohstoffen im Portfolio. Bei der Vermögensverwaltung sollte man selbst oder ein Fonds als »stabilisierendes Element» auch nicht auf Gold verzichten.

Generell gilt: Je mehr Renditeerwartung vorherrscht, desto mehr muss man auch in der Lage sein, Phasen des zeitweisen Rückgangs des Anlagewertes auszusitzen. Nach aller Erfahrung können sich Besitzer eines gut zusammengestellten, ausgewogenen Vermögensportfolios langfristig über eine Rendite freuen, die bei einem Aktienanteil von über 50 Prozent durchaus bei sechs Prozent im Jahr liegen kann. Was will man heute mehr?

rs