Gesundheit: Das kranke Herz- was ist möglich?

Prof. Dr. Christian Stumpf, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Foto: Klinikum Bayreuth GmbH

Chronische Herzschwäche ist die am weitesten verbreitete internistische Erkrankung und der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt. Doch was bedeutet es, mit einer Herzschwäche zu leben? Was kann man selbst tun und was macht die Medizin heute möglich? Um diese und weitere Fragen geht es beim 2. Bayreuther Patientenforum für Herzschwäche, zu dem die Klinikum Bayreuth GmbH am Dienstag, 9. April, einlädt.

2. Bayreuther Patientenforum: Das kranke Herz- was ist möglich? Klinikum lädt zum Dialog zwischen Patienten, medizinischen Laien und Medizinern

BTSZ: Was ist eigentlich eine Herzschwäche?
Prof. Christan Stumpf: Das Herz ist der Motor, der den gesamten Körper am Laufen hält. Von einer chronischen Herzschwäche spricht man, wenn die Pumpleistung des Herzens dauerhaft abnimmt. In der Folge sind wichtige Organe wie Leber, Nieren, aber auch das Gehirn und die Muskeln chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Der ganze Körper wird in Mitleidenschaft gezogen.

BTSZ: Wie kann so eine Herzschwäche entstehen?
Prof. Christan Stumpf: Die häufigste Ursache für eine Herzschwäche ist die sogenannte koronare Herzerkrankung - die Atherosklerose der Herzkranzgefäße. Aber auch Herzklappenerkrankungen oder eine Herzmuskelentzündung können zur chronischen Herzschwäche führen.

BTSZ: Wie erkenne ich, ob mein Herz krank ist?
Prof. Christan Stumpf: Zunächst sind diese Veränderungen kaum spürbar. Das Atmen fällt unter Belastung schwerer, die Leistungsfähigkeit geht zurück. Das Gefährliche: Die Symptome entwickeln sich schleichend und bleiben daher oft lange unbemerkt oder werden als harmlos abgetan. Auf die Warnzeichen werde ich in meinem Vortrag, der das 2. Bayreuther Patientenforum eröffnet, ausführlich eingehen. Denn für Betroffene gilt: je eher sie Anzeichen erkennen, richtig deuten und je eher eine bestehende Herzschwäche diagnostiziert wird, desto besser kann sie behandelt werden.

BTSZ: Warum ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig?
Prof. Christan Stumpf: Auch, wenn eine Herzschwäche nicht heilbar ist, kann man sie doch mit modernen Therapieansätzen eindämmen und ein Fortschreiten verlangsamen. Das schafft Patienten über einen langen Zeitraum ein deutliches Plus an Lebensqualität. Die Alternative sieht dagegen düster aus: Unbehandelt hat die chronische Herzschwäche eine ebenso schlechte Prognose wie eine bösartige Krebserkrankung.

BTSZ: Was erwartet die Gäste beim 2. Bayreuther Patientenforum?
Prof. Christan Stumpf: Nach den vielen positiven Rückmeldungen der vergangenen Veranstaltung mochten wir mit dem 2. Bayreuther Patientenforum unsere Informationsreihe fortsetzen und die Öffentlichkeit für Herzerkrankungen sensibilisieren, insbesondere für die chronische Herzschwäche. Wenn man die Warnzeichen erkennt und rechtzeitig den Arzt aufsucht, kann man sein Risiko deutlich reduzieren.

Des Weiteren werden wir moderne Herzkatheter-Methoden vorstellen. Dabei zeigen wir, wie eine undichte Herzklappe mittels eines Kathetereingriffs behandelt werden kann oder wie man durch ein kleines Schirmchen im Herzen das Schlaganfallrisiko bei entsprechender Risikokonstellation reduziert.

Das für uns Wichtigste beim Bayreuther Patientenforum ist der Dialog zwischen Patienten, medizinischen Laien und Medizinern. Es ist viel Zeit für Fragen und Gespräche eingeplant, sodass keine medizinische Frage unbeantwortet bleiben muss. Denn nur wer versteht, warum er Medikamente einnehmen muss, wird dies auch zuverlässig tun!

red