Recht: 12. Bayreuther Erbrechtstage 2019

Dr. jur. Josef Zeitler, Foto: Kanzlei Dr. Zeitler

»Bis der Tod uns scheidet» lautet ein bekanntes Eheversprechen. Die diesjährigen Bayreuther Erbrechtstage behandeln Themen rund um das Erbrecht des Ehegatten.
Wie sichern Sie Ihren Partner wirtschaftlich ab? Wer zahlt Unterhalt? Muss ich das Haus im Erbfall verkaufen? Wie bekomme ich den Zugewinn? Was können die Kinder verlangen? Was geschieht ohne Testament?

Unterhalt des Längerlebenden
Beim Tod des Unterhaltspflichtigen müssen die Erben an den geschiedenen Ehegatten grundsätzlich weiter Unterhalt zahlen. Der Unterhalt ist gedeckelt auf den fiktiven kleinen Pflichtteil.
Auch der Vater oder die Mutter eines nicht in einer Ehe geborenen gemeinsamen Kindes kann bis zu drei Jahre lang von den Erben des verstorbenen Elternteils Unterhalt für sich verlangen.
Trennungsunterhalt erlischt grundsätzlich mit dem Tod des Unterhaltspflichtigen. Mit dem Tod des unterhaltsberechtigten Ehegatten endet die Unterhaltspflicht am Ende des Sterbemonats.

Zugewinn des Längerlebenden
Der Längerlebende erhält im gesetzlichen Güterstand pauschal ein Viertel des Nachlasses als Zugewinnausgleich. Im Falle einer vollständigen Ent-erbung oder Ausschlagung kann der tatsächliche Zugewinn zusätzlich zum kleinen Pflichtteil gefordert werden.
In einem Ehe- und Erbvertrag können abweichende Regelungen über den Güterstand und das Erbrecht des Ehegatten geregelt sein.

Kein Testament
Ohne Testament entsteht eine streitanfällige Erbengemeinschaft des überlebenden Ehegatten mit den Kindern oder nahen Verwandten des Verstorbenen. Erbberechtigt sind nur leibliche oder adoptierte Kinder des Verstorbenen oder dessen nahen Verwandten.
Besonders in Familien mit Kindern aus verschiedenen früheren Beziehungen führt die nicht vorhersehbare Versterbensreihenfolge der Ehepartner zur willkürlichen Verteilung des Vermögens.
Wer also länger lebt, dessen Kinder und Verwandtschaft erben am Schluss. Durch Testament oder Adoption kann in diese gesetzliche Erbfolge eingegriffen werden.

Berliner Testament
In einem Berliner Testament setzen die Ehepartner sich gegenseitig als Erben ein und nach dem Tod des Letztversterbenden die Kinder. Kinder haben jedoch bereits im Erbfall des ersten Elternteils einen Anspruch auf den Pflichtteil und auf einen Ausgleich lebzeitiger Zuwendungen an Andere.
Dies alles entfällt, soweit Kinder etwas erben. Die Berechnung kann im Einzelfall kompliziert sein, da auch eigene Geschenke des Kindes in bestimmten Fällen preisindexiert anzurechnen oder auszugleichen sind. Der Überlebende kann bei fehlenden Geldmitteln Ratenzahlung oder Stundung auf andere Weise verlangen.
Stiefkinder sind nicht erb- oder pflichtteilsberechtigt.

12. Bayreuther Erbrechtstage 2019
Die diesjährigen Bayreuther Erbrechtstage finden am Donnerstag, 14. März, und Donnerstag, 21. März, statt. Veranstaltungsort ist wie immer der Historische Sitzungssaal im Alten Rathaus, Maxstr. 33, Seiteneingang Brautgasse.

Beginn ist jeweils um 18.00 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Die Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden. Der Eintritt von 3 Euro geht wie jedes Jahr als Spende an die Tafel Bayreuth e.V.

Weitere Informationen unter:
www.bayreuther-erbrechtstage.de

red