Gesundheit: Ernährung in der Weihnachtszeit

Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl ist nach wie vor eine der Lieblingsspeisen der Deutschen an den Weihnachtsfeiertagen.

Oh du leckere, oh du knusprige, braun gebrannte Weihnachtsgans... In der Weihnachtszeit verwöhnen wir uns mit allerhand Leckereien. Plätzchen, Lebkuchen, Gansbraten. Kann und darf man all die leckeren Dinge auch ohne Reue genießen?

Ja, sagt Kerstin Geigenmüller, Ernährungsberaterin und zertifizierte Diätassistentin im Ambulanten Zentrum der Klinikum Bayreuth GmbH. Aber in Maßen. In diesem Interview gibt sie Tipps, wie man das richtige Maß findet und erkennt, wann das Maß voll ist. Das Stichwort heißt: Besinnlichkeit.

BTSZ: Besinnliche Weihnachten, das lässt sich auch auf das Essen übertragen?
Kerstin Geigenmüller: Natürlich. Fragen Sie sich doch einmal selbst: Wann haben Sie sich das letzte Mal wirklich Zeit genommen, das Essen bewusst zu genießen? Nutzen Sie die besinnliche Zeit, um wieder einmal bewusst zu essen. Festtage eignen sich dazu wunderbar.

BTSZ: Wo lauern die Fallen?
Kerstin Geigenmüller: Machen wir uns nichts vor. Natürlich sind Plätzchen, Lebkuchen und der Festtagsbraten Kalorienbomben. Das heißt aber nicht, dass man vollständig verzichten muss. Viele verwechseln Genuss mit Maßlosigkeit. Ein Essen zu genießen, sollte nicht heißen, so lange zu essen, bis man sich kaum noch rühren kann und der Hosenbund zwickt. Genießen kann ich auch in kleineren Mengen - meist sogar besser, weil es mir hinterher besser geht.

BTSZ: Was schlagen Sie vor?
Kerstin Geigenmüller: Bewusstes Essen sollte schon bei der Zubereitung beginnen. Nehmen sie sich Zeit, das Essen vorzubereiten, richten Sie es dann auf den Tellern schön an. Das geht auch mit Plätzchen. Stellen sie nicht einfach die Dose neben sich auf den Tisch, sondern nehmen sie sich einen kleinen Teller und richten sie ein paar Leckereien darauf an. Je liebevoller der Teller vorbereitet oder der Tisch gedeckt wird, desto feierlicher die Stimmung und desto größer der Genuss. Zelebrieren Sie das Essen, essen Sie bewusst und genießen Sie es mit allen Sinnen.

Du möchtest einen Seat Ibiza gewinnen?
Dann mach mit bei unserer Aktion - shoot the car: Hier geht's zur Anmeldung!

BTSZ: Wie kann ich der Schlemmerfalle noch ein Schnippchen schlagen?
Kerstin Geigenmüller: Je abwechslungsreicher das Essen, desto besser. Verzichten Sie beim Festtagsbraten also nicht auf Gemüse. Zur Gans beispielsweise schmeckt Rotkohl oder Wirsing. Die Hälfte der Mahlzeit sollte aus Gemüse bestehen, ein Viertel sind andere Beilagen und ein Viertel Fleisch oder Fisch. Um das Essen bekömmlicher zu machen, hilft es, überflüssiges Fett aus der Soße zu entfernen. Das geht am besten, wenn man den Braten vorbereitet und die Soße noch einmal abkühlen lässt. Auch eine Fettkanne leistet gute Dienste.

BTSZ: Und wenn das Festmahl dann auf dem Tisch steht?
Kerstin Geigenmüller: Essen sie langsam und kauen sie gut. Das Sättigungsgefühl setzt erst nach etwa 20 Minuten ein. Wer schlingt, verpasst daher den richtigen Zeitpunkt, das Besteck wegzulegen. Gerade, wenn Familie oder Freunde zu Besuch sind und zusammensitzen, ist das leichter. Nette Gespräche am Tisch sorgen dafür, dass ohnehin langsamer gegessen wird. Und je angenehmer die Stimmung, desto bekömmlicher auch der Festschmaus.

BTSZ: Bekömmlich heißt aber nicht, dass man nicht von der Waage doch noch die Quittung bekommt...
Kerstin Geigenmüller: Darum: Nach dem Essen Hintern hoch! Je gehaltvoller die Mahlzeiten, desto mehr Bewegung braucht der Körper. Lassen sie das Festessen doch mit einem Spaziergang ausklingen. Der darf auch ruhig etwas flotter sein. Bewegung kurbelt die Verdauung und die Fettverbrennung an.

BTSZ: Gelten diese Tipps nur für die Weihnachtszeit?
Kerstin Geigenmüller: Nein, ganz im Gegenteil. Es ist sogar eher umgekehrt. Wer sich das gesamte Jahr über bewusst ernährt, muss sich um die Weihnachtsgans sicher keine Sorgen machen.